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Goldene Überwachungskameras im Wellritztal errichtet – Hinweise auf Zusammenhang mit Sedanplatz-Grab

Schon wieder eine mysteriöse Aktion, fast exakt zwei Wochen nach dem Auftauchen des rätselhaften „Kulturschatz“-Grabes auf dem Sedanplatz. In der Nacht zum Dienstag wurden am Kirschenpfad im Wellritztal, einem zunehmend beliebten Wiesbadener Erholungs- und Freizeitort, goldene Überwachungskameras errichtet. „Unterschrieben“ wurde auch diese Installation, ebenso wie Hinweisschreiben an die sensor-Redaktion, mit „MfG, Erika Mustermann“.

Eine weitere Parallele zum Sedanplatz-Grab ist die goldfarbene Gestaltung der Kamera-Installation, die zudem mit dem Kommentar „Nice Ass“ unter dem Überwachungskamera-Symbol versehen ist. Mittlerweile gibt es auch einen Instagram-Account von „Erika Mustermann Official“, mit der Beschreibung „Installation und Kunst im öffentlichen Raum“. Dort wird das Kunstwerk als „Mahnmal für eine goldene Freiheit“ bezeichnet, versehen mit dem Hinweis „Gesponsert für die Stadt Wiesbaden“ – und von „Erika is watching you“ geredet. In der Instagram-Story gibt es kleine, offensichtlich in der Nacht bei der Installation entstandene Videoaufnahmen.

In einer Nachricht an sensor erläutert die anonyme Person hinter der Aktion: „Tagsüber leuchtet es hell, dennoch strahlt es nachts am hellsten. Ohne Gold ist selbst das Licht finster.“

In den letzten Tagen hatten die sensor-Redaktion bereits goldene Briefumschläge mit Glitzer und in bemüht neutral gehaltenen Großbuchstaben handgeschriebenen Dankes- und Ankündigungsbotschaften erreicht – etwa „Danke für die Aufmerksamkeit“ oder „Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage“ oder zum Mahnmal für eine goldene Freiheit: „Demnächst“. Das Mahnmal dürfte auch eine Anspielung auf die aktuelle Diskussion um die unangekündigte, von Ordnungsdezernent Bürgermeister Dr. Oliver Franz verantwortete und bislang gegen massive Kritik verteidigte Installation von Überwachungskameras im Kulturpark sein.

Kulturschatz-Grab verschwunden – vorübergehend

Das „Kulturschatz-Grab“ vom Sedanplatz ist übrigens verschwunden, aber nur vorübergehend. Linda Zimmermann vom „Heaven“ meldete sich bei sensor mit der Info: „Wir haben das Kreuz gesaved. Wir wollen das Mahnmal auf jeden Fall erhalten und in den neuen Biergarten integrieren, allerdings an einer anderen Stelle“ und dem Hinweis: „Das würden wir den Initiatoren gerne mitteilen, damit sie nicht traurig sind, dass vermeintlich jemand das Kreuz geklaut hat.“

Die Sedanplatz-Gastronomen Heaven, Lokal, Riesling im Hindukusch und Schoppenhof werden in Kürze einen Pop-Up-Biergarten auf dem Sedanplatz eröffnen – Corona macht´s sehr plötzlich und unbürokratisch möglich.

Was Erika Mustermann noch alles möglich machen wird – und wo? Wiesbaden darf gespannt sein.

(Dirk Fellinghauer / Fotos Kirsten/ Dirk Fellinghauer)