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Mini-Mini-Weinfest auf Bowling Green und vorm RMCC / Geringes Interesse der Winzer für „Weinwoche to go“

An immerhin zwei mal zwei Weinprobierständen, auf dem Bowling Green und vor dem RMCC, soll in diesem Sommer an drei Wochenenden Weinausschank möglich sein. Unser Bild zeigt Gastgeber Günter Frühm bei der Weinwoche 2018 in seinem Element am Stand des Weinguts Klostermühle.

Zwei mal zwei Weinstände in gehörigem Abstand voneinander. Das ist natürlich weit entfernt vom Charakter der Rheingauer Weinwoche, deren 45. Auflage in diesem Sommer coronabedingt ausfallen muss. Es ist aber, wie so vieles in diesen Zeiten, im besten Fall besser als nichts. Ein Mini-Mini-Weinfest könnte es werden, was an drei Sommerwochenenden auf dem Bowling Green und vor dem RMCC geplant ist. Dort werden jeweils zwei Winzer ihre Stände aufbauen, erfuhr sensor heute von Wiesbaden Congress & Marketing (WICM). Die ebenfalls geplante „Weinwoche to go“ mit reinen Verkaufsständen unter dem Motto „Dein Lieblingswein für daheim“ auf dem Schlossplatz gestaltet sich hingegen schwierig. Das Interesse der Winzer ist überschaubar.

Gerade mal 18 Winzer haben bis heute – zwei Tage vor Ablauf der Frist am 16. Juli – ihre Bewerbungen für die vorgesehenen 15 Plätze eingereicht, teilt Manfred Schauer, Leiter Märkte / Events bei WICM, auf sensor-Anfrage mit. Bei der Bekanntgabe des „gemeinsam mit Winzern der Weinwoche und dem Weinbauverband entwickelten Konzepts“ hatte WICM noch von „rund 50 Winzern“ gesprochen, die ihr Interesse signalisiert hätten. Man versuche derzeit noch in gezielter Ansprache, weitere Winzer für das Mitmachen bei der „Weinwoche to go“ auf dem Schlossplatz zu gewinnen, so Schauer. Für viele sei das Ganze zu kurzfristig, habe man als Feedback bekommen. Je nach Stand der Standinteresse-Dinge werde man den derzeitigen Plan – reiner Verkauf von Wein und Sekt in von der Stadt gestellten 3×3-Meter-Zelten an den drei Wochenenden 31. Juli bis 2. August, 7. und 9. sowie 14. bis 16. August, jeweils von 10 bis 18 Uhr, mit jeweils nur einem Wochenende pro Winzer – noch modifizieren. Vorgesehen ist auf jeden Fall eine Parkmöglichkeit für die Kunden am Schlossplatz mit Transport -und Einpackservice

Weinprobierstände vor RMCC und auf dem Bowling Green

Die Rheingauer Weinwoche in üblichen Zeiten. Zahlreiche Stände und geselliges Gedränge auf dem Schlossplatz – in diesem Jahr bleibt nur die Erinnerung und ein „Weinwoche to go“-Konzept zum reinen Abverkauf ohne Verweilerlaubnis.

Ohne Probleme konnten offenbar die Plätze für die Weinprobierstände  an ungeahnten Standorten vergeben werden. Parallel zur geplanten „Weinwoche to go“ werden diese an den gleichen drei Wochenenden auf dem Bowling Green und vor dem RheinMain CongressCenter aufgebaut werden, teilte Schauer mit. Der entscheidende Unterschied, sicher auch für die Anziehungskraft: An diesen Ständen darf das Publikum auch Verweilen, hier entsteht also – unter strengen Auflagen – zumindest ein Hauch von Weinfest-Atmosphäre. Dazu trägt auch bei, dass die Winzer ihre eigenen typischen Stände mitbringen und aus diesen heraus ausschenken werden. Und: Diese Stände werden an den jeweiligen Tagen bis 22 Uhr abends geöffnet haben. Jeweils zwei Stände werden an den beiden Standorten aufgebaut, insgesamt werden über die drei Wochenenden also zwölf Winzer am Start sein, die bereits ausgewählt wurden. Im Ansatz erinnert dieses Angebot an das „Wiesbadener Weinsommer“-Konzept, das Michael Stein mit Palast Promotion ins Spiel gebracht hatte und auf große Resonanz stieß, das aber von der Stadt als nicht realisierbar abgelehnt wurde.

Standgebühren für Winzer

Für die nun geplante Aktion, mit der die Stadt laut Bürgermeister und Wirtschaftsdezernent Oliver Franz „den Abverkauf der Lagerbestände bei den Winzern unterstützen“ will, werden diese auch zur Kasse gebeten. 345 Euro Standgebühren für ein Wochenende auf der „Weinwoche to go“ auf dem Schlossplatz und 1450 Euro pro Wochenende am Bowling Green oder RMCC werden fällig. Damit sich das für die Winzer rentiert, müssen also reichlich Flaschen und Gläser über die Theken gehen. Wer als Wiesbadener oder Rheingauer Winzer noch Interesse an der Abverkaufmöglichkeit auf dem Schlossplatz hat, kann sich bis 16. Juli bewerben.

Indoor-Weinwoche im Loftwerk

Während des Zeitraums, in dem eigentlich das Weinfest stattgefunden hätte, wird es eine Indoor-Weinwoche mitten in der Fußgängerzone geben. Im Loftwerk in der Langgasse präsentiert sich vom 14. bis 23. August jeden Tag ab 12 Uhr ein anderer Winzer aus der Region Rheingau, Rheinhessen oder Hochheim. Dazu gibt es leckere Snacks und natürlich reichlich Geselligkeit – mit Abstand.

(Text/Fotos Dirk Fellinghauer) 

 

Ein Kommentar “Mini-Mini-Weinfest auf Bowling Green und vorm RMCC / Geringes Interesse der Winzer für „Weinwoche to go“

  1. Ich habe heute das erste mal davon gehört. Hier hat es eindeutig an Werbung gefehlt. Und das die Winzer dermaßen zur Kasse gebeten werden, hat nichts mit Unterstützung zu tun.
    Absolute Fehlplanung !!!

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