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Spannung vor heutiger Bayreuth-Premiere des Wiesbadener Staatstheater-Indendanten – 3sat übeträgt Laufenbergs “Parsifal”

 

Um ein Haar hätte Uwe Eric Laufenberg “seine” Eröffnungspremiere der Bayreuther Festspiele an diesem Montag selbst dirigieren müssen. Ist dem Wiesbadener Staatstheater-Intendanten doch zu seinem größten Bedauern kurz vor knapp der vorgesehene Dirigent für seine “Parsifal”-Inszenierung, Andris Nelsons,  abhanden gekommen. Übung mit dem Taktstock hätte der 55-Jährige ja gehabt, wie dieses Szenenfoto mit ihm als Hauptdarsteller in der Wiesbadener “Dr. med. Hiob Prätorius”-Inszenierung beweist. Heute um 16 Uhr hebt sich nun der Vorhang für den mit Spannung erwarteten Laufenberg-“Parsifal” im Festspielhaus Bayreuth.

Am Dirigentenpult steht der kurzfristig eingesprungene Hartmut Haenchen. Wie es sich für die Wagner-Festspiele in Bayreuth seit jeher gehört, gab es schon im Vorfeld jede Menge Tratsch und Knatsch, Gesprächs- und Diskussionsstoff. Erst machte die skandalträchtige Kunde die Runde, Laufenberg realisiere eine islamkritische Inszenierung. Es gehe das Christentum, stellte der inszenierende Intendant klar. Zu spät, denn längst hatten massive Sicherheitsvorkehrungen den Grünen Hügel erobert. Laufenberg kam sich angesichts dieses Schauspiels, das er für völlig übertrieben hielt, laut B.Z.-Interview vor “wie in der DDR”. Tröstlich, dass sein treuer Begleiter Oscar mit Sicherheit kaum von seiner Seite wich. Untröstlich mag der Intendant/Regisseur, der in der Regel nichts gegen große Auftritte hat, sein, dass ihm und seiner Inszenierung heute wichtige Bayreuth-Rituale verwehrt bleiben. Kein roter Teppich, kein Staatsempfang – abgesagt aus Respekt vor den Opern des Münchener Amoklaufs. Ihnen und ihren Angehörigen widmen die Bayreuther Festspiele ganz offiziell die heutige Eröffnungspremiere. Zum Abschluss noch eine gute Nachricht: 3sat ist bei Laufenbergs „Parsifal“ in Bayreuth dabei und zeigt am 30. Juli, ab 20.15 Uhr bis 00.55 Uhr, eine Aufzeichnung der Inszenierung. Bereits heute ab 19.20 Uhr, berichtet „Kulturzeit kompakt“ in einer monothematischen Sendung über die Eröffnung der „Bayreuther Festspiele“. Bleibt nur noch ein toi toi toi für Uwe Eric Laufenberg aus seiner Hauptwirkungsstadt Wiesbaden. Und anschließend einen schönen Urlaub: Von Bayreuth geht es schnurstracks nach Bordeaux. (Dirk Fellinghauer / Foto Karl & Monika Forster)