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Wie weiter? Wiesbadener Corona-Protokolle (03): Karin Muniz Gros, „Schenken & Genießen“

Von Annika Posth und Selma Unglaube. Fotos Till Christmann.

Wiesbadener Pandemie-Geschichten zwischen Sorge, Frustration und Verzweiflung, zwischen Hoffnung, Zuversicht und „Jetzt erst recht“. In unseren „Corona-Protokollen“ berichten Wiesbadener Geschäftsleute und Gastronomen von ihrer Situation, im Blick zurück und im Blick nach vorn. Wir veröffentlichen die gesammelten Protokolle aus der Titelstory unserer Mai-Ausgabe hier nach und nach einzeln.

Karin Muniz Gros, Inhaberin von „Schenken und Genießen“, Grabenstraße / Altstadt

„Den Laden gibt es insgesamt seit 26 Jahren in Wiesbaden, vor sechs Jahren habe ich ihn übernommen. Von der Friedrichstraße bin ich in die Grabenstraße 20 umgezogen und habe mich verkleinert. Durch die Corona Krise hatte ich endlich den Mut, einen kleinen Umbau im Laden vorzunehmen.

Ich arbeite gezielt mit kleinen Unternehmen und Lieferanten zusammen, die selbst ihre Produkte produzieren. Mir ist es sehr wichtig, die kleinen Unternehmen zu unterstützen. Ich verkaufe erlesene Produkte, wie Essig, Öle, Spirituosen, Whiskey, Wiesbadener Jungbrunnen und Hessenlöwen. Durch die Krise wurde ich sehr getroffen, weil sie gerade gekommen ist, als wir umgezogen sind. Dadurch hatte ich nicht so viele Gelegenheiten, den neuen Laden so aufzubauen, wie ich das wollte.

Mindset verbessert

Durch Corona habe ich aber auch sehr viel gelernt, auch mein Mindset verbessert. Mein Ziel des umgebauten Ladens ist es, ein bisschen neue Kultur nach Wiesbaden zu bringen. Dass man, sobald es wieder geht, am schönen Platz in der Grabenstraße wieder Menschen sieht, die zusammen die Kultur von portugiesischen und brasilianischen Spezialitäten genießen. Das sind meine Ideen und Träume: Alles ist möglich!

Ich hoffe, dass wir unsere Ängste überwinden

Wenn Kunden hierherkommen, dann ist das wie Urlaub im Süden, die Menschen fühlen sich hier so akzeptiert wie sie sind. Es sind trotzdem weniger Kunden geworden, weil die meisten Angst haben und zu Hause bleiben. Ich hoffe für die Zukunft, dass wir unsere Ängste überwinden und trotzdem mehr die Geschäfte in der Innenstadt in Wiesbaden unterstützen und nicht nur online bestellen. Dass wir alle trotz der Maßnahmen in Kontakt bleiben und die Kultur nicht aussterben lassen. Feinkost ist auch eine Kultur, das Genießen von allem.

Wir sollten hoffnungsvoll in die Zukunft schauen: Wenn sich eine Tür schließt, dann gibt es immer noch eine andere Tür, die sich öffnet. Ich mache mir Gedanken, wie wir trotz der Krise die Menschen zusammenbringen können: Vielleicht mit einem Lieferservice oder anderen Dingen. Ich bleibe auf jeden Fall spontan und kreativ mit der Hoffnung, dass wir alle diese Krise überstehen.“

In der nächsten Folge erzählt: Arlette Kaballo, Modedesignerin mit Geschäft in der Mühlgasse.

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