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Wiesbaden soll 365-Euro-Ticket-Modellstadt werden – OB und Dezernent schicken Bewerbungsschreiben an Minister

Die Landeshauptstadt Wiesbaden bewirbt sich im Rahmen des Klimapakets bei der Bundesregierung als eine von zehn Modellstädten für ein 365-Euro-Ticket für alle. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Verkehrsdezernent Andreas Kowol haben entsprechende Schreiben an Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Verkehrsminister Andreas Scheuer sowie an die hessische Landesregierung und für Wiesbaden zuständige Bundestagsabgeordnete verschickt. Erste Gesprächstermine seien bereits vereinbart. Im besten Fall will man rheinübergreifend gemeinsame Sache mit dem Mainzer ÖPNV machen.

Zu den kürzlich beschlossenen Eckpunkten des Klimapakets der Bundesregierung gehört das Versprechen, dass die Bundesregierung  zusätzlich 10 Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV unterstützen wil. Die Einführung von 365-Euro-Jahrestickets könnte ein solches Modellprojekt sein.

OB Mende ist überzeugt: „Ein 365-Euro-Ticket für alle lädt ein, umzusteigen.“ Es reduziere die Stickoxidbelastung und sei ein wichtiger Baustein der Verkehrswende. Eine günstige Flatrate für Bus und Bahn wäre zudem „auch sozialpolitisch eine echte Errungenschaft“: „Es gibt viele Menschen in unserer Stadt, die für das bestehenden Sozialticket nicht berechtigt sind, die aber dennoch auf eine bezahlbare Mobilität angewiesen sind.“ Diese Lücke wollen man schließen. Die Stadt werde es aber „kaum schaffen, die Einnahmeausfälle und Mehrkosten alleine zu schultern. Wir sind daher auf eine Förderung angewiesen.“

Dezernent Kowol wirbt:  „Für eine Förderung erfüllen wir im Vergleich zu anderen Städten drei wichtige Voraussetzungen: Erstens liegen bereits ein Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung und eine Kalkulation von ESWE Verkehr vor. Zweitens hat das Land Hessen die Maßnahme in seinem Luftreinhalteplan für Wiesbaden verbindlich festgeschrieben. Und schließlich gibt es in Hessen bereits ein 365-Euro-Ticket für Schülerinnen und Schüler sowie ab 2020 auch für Seniorinnen und Senioren.“ Die zu schließende Lücke sei somit leichter zu schließen als andernorts: „Ich erwarte, dass der Bund diese Voraussetzungen würdigt und wir somit gute Chancen auf eine Förderung haben. Wir haben uns als eine der ersten Städte deutschlandweit mit dem Ticket beschäftigt und sind deshalb auch vergleichsweise schnell startklar.“

Gemeinsame Sache mit Mainz angestrebt

Mende und Kowol betonen, dass mit einem Modellprojekt in Wiesbaden wertvolle Erfahrungen gesammelt werden können, die bei einer späteren Ausweitung des 365-Euro-Tickets auf das gesamte Rhein-Main-Gebiet von Nutzen wären. Beide begrüßen daher ausdrücklich auch die jüngsten Überlegungen in Mainz, dort ebenfalls mit den Vorbereitungen für ein 365-Euro-Ticket zu beginnen. „Ich werde ESWE Verkehr bitten, gemeinsam mit der Mainzer Mobilität (MM) die Schritte zu prüfen, die für ein gemeinsames 365-Euro-Ticket für Wiesbaden und Mainz zu einem möglichst frühen Zeitpunkt nötig wären“, so Kowol. (dif/Foto ESWE Verkehr)

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