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Wiesbadener Maifastspiele eröffnet: Publikum genießt abgespecktes Programm mit Abstand – Große Nachfrage

Von Dirk Fellinghauer (Text und Fotos).

Das Staatstheater Wiesbaden macht das Beste aus der aktuellen Situation. Und das bedeutet: „Maifastspiele“. Mit einem Extrakt und Specials aus dem Programm der abgesagten Internationalen Maifestspiele wurde am Montagabend der Vorstellungsbetrieb wieder aufgenommen. Dabei zeigt sich: Die Sehnsucht nach Theater ist groß, die Nachfrage nach Karten beachtlich.

1400 Tickets wurden innerhalb weniger Tage – zwischen Vorverkaufsstart am 15. Mai und erster Vorstellung am 18. Mai – für die sehr kurzfristig anberaumten und bekannt gegebenen Vorstellungen verkauft, erfuhr sensor am Rande des Auftaktabends.

Keine Pagen, keine Bewirtung im Foyer, keine „die Welt zu Gast in Wiesbaden“, keine internationalen Ensembles, keine Empfänge, keine Blumen am Schluss, kein Gedränge und kein dichtes Beisammenstehen zum Sehen und Gesehen werden. Vieles gibt es nicht bei diesen „Maifastspielen“.

Dafür am Auftaktabend: herrlichstes Maiwetter, Maifestspiel-rot beflaggtes Theater, erwartungsvolle Stimmung, Verpflegung an der Außentreppe und in der Kolonnade, Absperrungen, behelfsmaskiertes Publikum, Hinweisschilder und ein Kartenkontrolleur, der seine Aufgabe spürbar ernst nimmt. Und auf der Bühne eine Darbietung, die, so ist nachträglich zu lesen, das Publikum sehr berührte und zu Standing Ovations von den verordnungsgemäß spärlich – bis zu 200 Besucher dürfen ins Große Haus, bis zu 60 ins Kleine Haus – besetzten Stühlen riss am Ende des Liederabends „Mein Geist dürstet nach Taten, mein Atem nach Freiheit“ mit  Günther Groissböck (Bass) und Alexandra Goloubitskaia (Klavier). „Wie ein Festessen nach der Fastenzeit“, schrieb das „Oper Magazin“ im Anschluss über das „wertvolle Liveerlebnis“. Derer sollen noch viele folgen in den nächsten Wochen bis zum 6. Juni, viel Musik ist dabei, aber auch Schauspiel, fast ausschließlich aus dem Inland logischerweise.

Die Nachfrage nach Karten ist aus Staatstheater-Sicht, auch wenn es „nicht die Welt ist“, erfreulich groß, das noch verfügbare Kartenkontingent für die weiteren Vorstellungen aus Publikums-Sicht ebenso. Ein interessantes Angebot für Interessierte aus einer Hausgemeinschaft ist im Großen Haus der Verkauf ganzer Zweier- oder Vierer-Logen.  Heute steht „Schinderhannes – Das Alter wird die Krankheit nicht sein, an der ich sterbe“, ein offenbar furioses Ein-Mann-Stück mit Christian Klischat, auf dem Programm. Ein Ereignis wird sicher auch die „Hyperion“-Lesung von Jens Harzer – dem aus Wiesbaden stammenden, vielfach ausgezeichneten Ausnahme-Schauspieler – oder „Dreams Die Hard“ von und mit Rachel Karafistan am 21. Mai.Was sonst alles gespielt wird und welche Karten es gibt, ist hier zu sehen, das „Hygiene-Konzept“ für den Staatstheater-Besuch ist hier zu finden.

Das sensor-Fotoalbum mit Impressionen vom Auftaktabend gibt es hier.

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