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Als das Schloss sich in Babylon Freudenberg verwandelte – 8. Januar, und die Party des Jahres ist schon gelaufen

Von Dirk Fellinghauer (Text und Fotos).

8. Januar in Wiesbaden, und die Party des Jahres ist schon gelaufen! Wie, bitteschön, sollte das getoppt werden? Also das, was Katharina Schenk und Roland Vanecek in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar geschaffen und geschafft haben, gemeinsam mit einem Haufen sensationeller Musiker und einem nicht minder großartigen Team vor und hinter den Kulissen. Und natürlich einer schier unglaublichen Menge von Menschen, die hinaufströmten auf den Freudenberg am ersten Samstag des neuen Jahres 2023 und sich fallen ließen – heraus aus dem Alltag, hinein in die „Tanzbar Freudenberg“. 

Die gekommen waren, um sich gehen zu lassen. Die einen einzigen herrlichen ausgelassenen Rausch erlebten und zelebrierten, die Gäste und Hauptdarsteller waren in einem aufregenden und aufgeladenen Geschehen voller Ausschweifung, Zauber und Liebe, voller Gemeinschaft, Verrücktheit und Ekstase. Tanzbar Freudenberg? Babylon Freudenberg!

Es ist doch nur ein TraumDas bloße Haschen nach dem WindWer weiß es schon genau?

Schon bald nach Öffnung musste das Schloss Freudenberg schließen. Wegen Überfüllung. Zur Besänftigung und Ablenkung der (noch) nicht Reingekommenen begaben sich einige der in verschiedenen Formationen aufspielenden sehr vielen Musiker:innen dieses Abends hinaus zu den Wartenden, spielten inmitten der Menschen auf und machten die Außentreppe zur Tanzfläche. Derweil spielten drinnen andere Musiker:innen, während in Sachen Getränke erstmal nicht viel mehr ging als Anstehen und Warten. Ein Warten, dass sich lohnte, denn es wurde Exquisites ausgeschenkt am Tresen, was die ohnehin fiebrige Stimmung im diversen Räumen und Gängen des Schlosses noch weiter befeuerte.

Stilecht herausgeputzte Damen und Herren – manche trösteten sich hier vielleicht fabelhaft feiernd über die abgesagte Kurhaus-Silvester-Party hinweg –  , aber auch lässiges Szenevolk, Junge wie Alte feierten in sehr besonderer Atmosphäre und Stimmung gemeinsam. Eine besonders temperamentvolle und ausdauernde Dame entpuppte sich zu später, also zu früher Stunde, unglaublicherweise als: 81!

Es wurde getanzt, es wurde geredet, es wurde getrunken, es wurde geschaut und sich gelümmelt, auf Sofas und im Schoss der Frau Mond, und auch hier und da geknutscht, ganz wie es sich Gastgeberin Katharina Schenk gewünscht hatte. Sie hatte die Tanzbar Freudenberg-Idee ausgeheckt gemeinsam mit Roland Vanecek aka Susa Phon Schneckenhausen, diesem sympathisch wahnsinnigen und wahnsinnig guten Musiker des Hessischen Staatsorchesters, der auch jenseits des Orchestergrabens an allen möglichen und unmöglichen Orten und in allen möglichen und unmöglichen Formationen aufspielt.

Und der unendlich viele exzellente Musiker:innen kennt, die kommen, wenn er ruft – diesmal: Simon Hoeneß zur Einstimmung solo am (mobilen) Klavier, dann mit viel Brass und wenig Strom, aber komplett unter Strom und elektrisierend, Le Marmelade de Montage und aus Mannheim die HeavyBones, das Susa phon Schneck Quartett und schließlich die Schlosskapelle „Lores Erben“ mit betörendem, mitreißendem unplugged Elektro-Swing.

Es hörte und hörte nicht auf mit der Musik, auch nicht, als es schon längst hätte aufgehört haben sollen, als die Bar längst leergetrunken war, als schon im Saal gefegt wurde, als im Kaminzimmer noch getanzt wurde. „Wir machen das doch, weil wir es lieben“, rief im Laufe des Abends einer auf dem Weg zur Bühne, die es an diesem Abend gar nicht gab. Die Musiker spielten auf Augenhöhe, also auf Tanzschuhhöhe, mit den Gästen.

Dieser Abend war so einmalig, dass er nach Wiederholung schreit. Am 24. Februar wird weitergetanzt …