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Der große Test: Badeseen und Strände in der Region

Von Hendrik Jung
Fotos Anna Thut

Lange hat es niemand für möglich gehalten, doch jetzt kommt die Zeit, in der man sich über Abkühlung freut. Obwohl das Hochwasser auch am Rhein seine Spuren hinterlassen hat, hat sensor lohnenswerte Ziele erkundet.


Rettbergsau, Wiesbaden, www.tamara.rettbergsau.de
Entfernung zur sensor-Redaktion:
Knapp 7 Kilometer, plus Fährfahrt

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Land: Die 68 Hektar große Rheininsel ist größtenteils Naturschutzgebiet und verfügt über eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Aus diesem Grund müssen Hunde „draußen“ bleiben. Schattenplätze sind nur am Sandstrand etwas rar. Der findet sich sowohl im Schiersteiner als auch im Biebricher Teil. Während des Baus der neuen Autobahnbrücke ist der Verbindungsweg zwischen beiden Teilen gesperrt.
Wasser: Grundsätzlich gilt hier: Baden auf eigene Gefahr. Im Schiersteiner Teil existiert aber eine kleine Lagune, die sich schnell erwärmt und kaum Strömung aufweist, weshalb dieser Bereich von Familien geschätzt wird und für gutes Strandfeeling sorgt. Ansonsten gilt: Größte Vorsicht wegen der Strömung.
Tauchen: Hier sind allerhöchstens Drift-Dives denkbar. Vorsichtshalber dann aber bitte genug Luft bis Rotterdam mitnehmen.
Infrastruktur: In beiden Teilen finden sich Sportmöglichkeiten wie Basketballkörbe, Volleyballfelder, Tischtennisplatten, Spiel- und Bolzplätze sowie Campingplätze. Auf der Schiersteiner Seite gibt es noch dazu das Insel-Café.
Preise: Da der Zugang über die Brückentreppe durch die Baumaßnahmen nun gesperrt ist, ist der Zugang derzeit ausschließlich über die Tamara möglich. Dort zahlen Erwachsene 3 Euro, Kinder 1,50 Euro. Der Transport von Zeltausrüstung, Getränkekisten und Kinderwägen kostet extra. Abfahrt erfolgt sowohl von Biebrich als auch von Schierstein. Ausstieg ist dann nur auf dem entsprechenden Inselteil möglich.
Fazit: Auf dem Wasserwege gut erreichbares, landschaftlich schönes Ausflugsziel. Schwimmer und Taucher sollten aber lieber einen der zahlreichen Seen nutzen.

 

Baggersee Diez, Altendiez, www.baggersee-diez.de
Entfernung zur sensor-Redaktion: Knapp 50 Kilometer

Land: Der Diezer See ist eine absolute Ausnahme unter den hiesigen Badeseen, denn er ist nicht in einer Kiesgrube entstanden, sondern in einem Steinbruch. Auf drei Seiten finden sich zwischen dem Kalkstein überall Liegewiesen. Der Einstieg erfolgt über Treppen sowie eine Rampe. Vor allem im FKK-Bereich viele Schattenplätze.
Wasser: Ausgezeichnete Badewasserqualität. Obwohl die maximale Tiefe nur 15 Meter erreicht, ist die Temperatur hier vielleicht ein oder zwei Grad kühler als in so mancher Kiesgrube. Dafür ist das Wasser in der Regel kristallklar.
Tauchen: Dienstags und freitags zwischen 13 und 20 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 10 und 20 Uhr ist die Tauchschule geöffnet. Bei Bedarf kann die komplette Ausrüstung ausgeliehen werden. Unter anderem ist hier ein alter VW-Käfer zu betauchen.
Infrastruktur: Seit diesem Jahr hat der Diezer See einen neuen Pächter. Seitdem gibt es außer einem Kiosk mit Terrasse auch eine kleine Strandbar, in der nun während der Hauptsaison Cocktails ausgeschenkt und chillige Musik aufgelegt werden sollen. Termine für Sonderveranstaltungen werden auf der Homepage veröffentlicht. Eine Seite des Sees ist FKK-Bereich.
Preise: Eintritt 3 Euro, Parken 2 Euro, Eintritt für Taucher 12 Euro (inklusive einer Flaschenfüllung)
Fazit: Einzigartiges Ambiente mit guten Schwimm- und Tauchbedingungen. Die Nummer eins im Norden.

 

Riedsee, Leeheim, www.riedsee.de
Entfernung zur sensor-Redaktion: Knapp 35 Kilometer

Land: Geradeaus gehend, kommt man zum großen Sandstrand, der meistens von Familien mit Kleinkindern genutzt wird. Linkerhand die Liegewiese auf der ausreichend Sonnen- und Schattenplätze zu finden sind. Geht dann in ein Schilfgebiet über, wo sich vor allem die Wasservögel wohl fühlen.
Wasser: Ausgezeichnete Badewasserqualität. An den meisten Stellen geht es zunächst sanft rein, fällt dann aber steil ab. Immer wieder lassen sich in dem glasklaren Wasser Fische beobachten. Die Wasserfläche beträgt 24 Hektar, die maximale Tiefe wird mal mit 22, mal mit 29 Metern angegeben.
Tauchen: Gute Sicht, viele Fische, aber leider nur für Mitglieder der DLRG-Leeheim möglich.
Infrastruktur: Hier ist alles im Überfluss vorhanden. Mehrere Toilettenanlagen sind im Liegebereich verteilt. Das übliche gastronomische Angebot aus Bier und Bratwurst wird hier etwa um italienisches Eis und Crepes ergänzt. Neben Tischtennis-Platten und Beachvolleyball-Feld stehen für Kinder auch ein Trampolin und eine Sand-Matsch-Anlage zur Verfügung. Ausschließlich für Camper werden auch Grillmöglichkeiten angeboten.
Preise: Erwachsene 3 Euro, Kinder 1,50 Euro, Parken: 2,50 Euro (für PKW). Zehner- und Saisonkarten erhältlich.
Fazit: Die Perle unter den Badeseen. Die absolute Nummer eins im Süden. Achtung aber an Wochenenden: Während der Hauptsaison bilden sich zum Teil lange Staus rund um den Riedsee.

 

Pfarrwiesensee, Gimbsheim, www.pfarrwiesensee.com
Entfernung zur sensor-Redaktion: Knapp 45 Kilometer

Land: Seit diesem Jahr wird hier wieder Kies gefördert. Sobald man unter der Förderanlage durch gelaufen ist, blickt man aber eigentlich nur auf Wasser und weißen Sand. Ein paar junge Bäumchen gibt es auch. Die sind aber noch nicht wirklich so weit, dass sie Schatten spenden könnten.
Wasser: An vielen Stellen geht es erst flach rein, aber auch hier befindet sich der Grund zum Teil in bis zu 20 Metern Tiefe. Die Wasserfläche beträgt etwa 800 Quadratmeter, die Wasserqualität wird regelmäßig geprüft.
Tauchen: Ist hier nicht vorgesehen, aber Apnoe-Training ist selbstverständlich möglich.
Infrastruktur: Imbiss, Toiletten und Volleyballfeld sind vorhanden. Außerdem ein riesiger Sandhaufen für Kinder. Wer mehr Schatten braucht, findet in nur drei Kilometer Entfernung den idyllisch gelegenen Altrheinsee. Außerdem befindet sich auch der Eicher See ganz in der Nähe, der sicherlich wieder eine ausgezeichnete Wasserqualität aufweisen wird, wenn das Hochwasser abgelaufen ist.
Preise: Eintritt frei, Parken: 3 Euro für PKW, 2 Euro für Motorräder
Fazit: Eine gute Alternative, wenn man mal etwas Neues ausprobieren möchte. Zumal die Dichte der Seen in der direkten Umgebung so hoch ist, dass eigentlich für alle Bedürfnisse etwas geboten wird.

 

Strandbad, Geisenheim
Entfernung zur sensor-Redaktion: Knapp 26 Kilometer

Land: Das ehemalige Geisenheimer Strandbad befindet sich in dem kleinen Naturschutzgebiet „Rheinwiesen“, das zwischen der Bundesstraße und dem Rhein liegt. Der Verkehrslärm ist hier kaum wahr zu nehmen. Entlang des Ufers finden sich hier immer wieder kleine Buchten zwischen den Bäumen, die von den Badegästen gerne genutzt werden. Wegen einer Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der Schiersteiner Brücke soll es hier allerdings 2014 zu einer Rekultivierungsmaßnahme kommen. Durch Bauarbeiten könnte die Situation schon in diesem Jahr beeinträchtigt werden. Der Zugang von Geisenheim aus ist jedoch noch frei. Aus Richtung Winkel kommend sind erste Barrieren für Fußgänger errichtet worden, die von den Rheingauern bislang jedoch Motorsäge oder per Trampelpfad ausgehebelt wurden.
Wasser: Auch hier gilt wieder: Baden auf eigene Gefahr. Schwimmen im Naturgewässer ist immer riskant. Aber eine kleine Abkühlung im Uferbereich kann man sich problemlos verschaffen.
Tauchen: Gleiche Problematik wie auf der Rettbergsaue. Allerdings ist es von hier aus nicht mehr ganz so weit bis nach Rotterdam.
Infrastruktur: Der Kiosk ist vor geschätzten 50 Jahren abhanden gekommen (eventuell durch Hochwasser). Ein Weinprobierstand befindet sich in Laufweite. In der Stadtmitte findet sich außerdem alles, was Touristen benötigen: Vom Dom über die Gastronomie bis zum Bioladen.
Preise: Bislang nicht vorhanden. Erhält von uns aufgrund seiner idyllischen Lage den Sonderpreis: Romantisches Mittelrheintal ehrenhalber.
Fazit: Der Geheimtipp der sensor-Redaktion für alle, die es wildromantisch und ursprünglich lieben. Am Besten baldmöglichst genießen, da Baumaßnahmen drohen. Bei Redaktionsschluss jedoch noch zugänglich.