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Monitoring im Klärwerk: Stadt Wiesbaden überprüft Abwasser auf Corona-Viren – (Wie) funktioniert das?

Corona-Infizierte scheiden über Fäkalien mindestens Fragmente des Virus aus. Deshalb lassen sich aus dem Abwasser Rückschlüsse auf die Anzahl von SARS-CoV-2-Viren und Virusvarianten ziehen. Illustration: Hatice Erol.

Die Landeshauptstadt Wiesbaden überprüft künftig ihr Abwasser auf SARS-CoV-2-Viren und deren Virusvarianten. Ende April startet das Verfahren für sieben Wochen als weiteres Monitoring-System zusätzlich zu den regulären Corona-Testungen. (Wie) funktioniert das?

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Die wöchentlich entnommenen Proben der städtischen Kläranlagen werden auf die Anzahl vorhandener SARS-CoV-2-Viren überprüft und Virusvarianten sequenziert.

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Aus dem Wiesbadener Klärwerk sollen künftig Hinweise auf die aktuelle Corona-Infektionslage in Wiesbaden kommen. Foto: ELW

„Durch regelmäßige Abwasserproben können wir das Infektionsgeschehen unabhängig von Testangeboten und der Testbereitschaft der Bevölkerung gut einschätzen. Zusätzlich erhalten wir weitere Erkenntnisse über die tatsächliche Verbreitung der kritischen Virusvarianten im Stadtgebiet“, so Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Dr. Oliver Franz nach dem Magistratsbeschluss.

Vorteil der Abwasserproben sei, dass auch Virusreste von asymptomatischen Personen mit einbezogen werden, die sich gegebenenfalls während der unerkannten Infektion nicht haben testen lassen. In den täglichen Fallzahlen werden diese Fälle nicht erfasst, da die Statistik auf PCR-Testergebnissen basiert. „Zusätzlich werden die Ergebnisse der Wasserproben nicht durch Testverfügbarkeiten beeinflusst, sodass auch nach Feiertagen, an denen die Testungen erfahrungsgemäß zurückgehen, verwertbare Daten geliefert werden“, erläutert die Stadt.

Fäkalien führen zu Frühwarn-Hinweisen

Die entnommenen Proben können entsprechend als Warnsystem dienen und einen Anstieg der Corona-Infektionen, sowie der Virusvarianten in der Bevölkerung, frühzeitig erkennen. Die Methode für dieses Frühwarnsystem, das auf dem Ausscheiden von Coronavirus-Fragementen über Fäkalien basiert, hatte ein Forschungsteam bereits im Sommer 2020 entwickelt. (dif/