| | Kommentare deaktiviert für Regenbogenfahnen auf der Rue: Kein CSD ist auch keine Lösung – Heute Infostand auf Mauritiusplatz

Regenbogenfahnen auf der Rue: Kein CSD ist auch keine Lösung – Heute Infostand auf Mauritiusplatz

Heute wäre eigentlich CSD (Christopher Street Day) in Wiesbaden gewesen, mit Demoparade durch die Innenstadt, mit Fest und Party rund um Kulturpark und Schlachthof und wie immer mit sensor als Medienpartner – wäre gewesen, wenn da nicht diese Pandemie wäre, die wie fast alles auch diese Veranstaltung lahmgelegt hat. Aber: „Kein CSD ist auch keine Lösung“, sagen die Macher*innen und machen die Anliegen rund um den geplanten CSD – das Thema dieses Jahres lautet „„Eine Familie ist eine Familie ist eine Familie“ – und die vorgesehen Queeren Kulturwochen trotzdem sichtbar.

Reklame

In Wiesbaden war am 17. Mai der IDAHOBIT –  Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie – der Auftakt der Aktivitäten.

Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“

Reklame

„Nachdem schon hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit in den CSD und die queeren Kulturwochen geflossen waren, hat uns Corona erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Rico Ullmann, Projektleiter des CSD Wiesbaden 2020, und erinnert daran,   dass zuletzt 2019 mit mehrere tausend Teilnehmenden bei einer Demonstration und dem anschließenden Sommerfest lautstark auf die Rechte von LSBT*IQ aufmerksam gemacht hat. „Die queere Community weltweit ist es gewohnt mit Rückschlägen und Hürden umzugehen, wir werden daher auch 2020 nicht verstummen und haben verschiedene Aktionen geplant, um die Sichtbarkeit der Szene zu gewährleisten.“, ergänzt Thorsten Buschmeier, ebenfalls Projektleiter des CSD Wiesbaden 2020.

Vereinzelte Aktionen werden stattfinden

Seit dem 17. Mai ist die Wilhelmstraße, als die Wiesbadener Prachtmeile, die auch als die Rue bekannt ist, für mehr als zwei Wochen mit Regenbogenfahnen beflaggt. Auch an anderen Stellen der Stadt wird in dieser Zeit das weltweite Symbol der queeren Community zu sehen sein und Sichtbarkeit sowie Solidarität signalisieren. Unter Einhaltung der Auflagen werden zudem kleine spontane Aktionen stattfinden, die vorab nicht angekündigt werden. Wer nichts verpassen möchte wird im Nachhinein alles auf www.warmeswiesbaden.de dokumentiert finden.

Ein Vorfreude-Termin schon für 2021: Der Queere Kulturwoche-Konzerttermin mit Wallis Bird wurde auf den 25. Mai 2021 im Schlachthof verschoben.

Heute ist das CSD-Team gemeinsam mit der Aidshilfe Wiesbaden auf dem Mauritiusplatz zu finden mit Infostand und Bus der Kana-Jugendkirche und guter Laune: „Falls ihr in der Stadt seid kommt gerne vorbei und sagt uns Hallo! Es findet leider keine Demonstration oder Kundgebung statt. Wir wollen hier keine großen Gruppen anziehen.“ Apropos Kirche: Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat sich gerade erst vor wenigen Tagen für die Segnung wiederverheirateter Geschiedener sowie schwuler und lesbischer Paare ausgesprochen.

Symbolische Unterstützung der Landeshauptstadt Wiesbaden

Wie schon in den vergangenen Jahren wird die Stadt Wiesbaden wie schon zum IDAHOBIT auch heute zum geplanten CDS die Regenbogenfahne am Rathaus hissen und so die Unterstützung mit der Community signalisieren.

Erst Ende April hatte sich Warmes Wiesbaden e.V. an die Stadt Wiesbaden und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende gewandt und darum gebeten, den Kontakt zur polnischen Partnerstadt Breslau zu suchen, da sich die Situation von LSBT*IQ in Polen zuspitzt. „Wir freuen uns, dass die Stadt Wiesbaden dieses Thema nun auf der Agenda hat und hoffen auf entsprechende Signale Richtung Breslau.“, erklärt Holger Venino, 2. Vorsitzender von Warmes Wiesbaden e.V..

Die LSBT*IQ-Koordinierungsstelle im Rathaus der Landeshauptstadt Wiesbaden befasst sich mit Themen rund um Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans*, intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBT*IQ). Sie ist die Schnittstelle zwischen Politik, Stadtverwaltung und der Community: wiesbaden.de/lsbtiq

(Text und Foto Dirk Fellinghauer)