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sensor-Straßengespräch: Walhalla, Kult(ur)-Institution, 122 Jahre, seit 3 Jahren leblos – Was wird hier gespielt?

Du siehst aber nicht gerade einladend aus: Was wird hier gespielt?

Seit dem 27. Januar 2017, also seit nun genau drei Jahren: nichts! An jenem Tag wurden die, die hier über lange Jahre für Leben in der Bude gesorgt hatten, von einen Tag auf den anderen rausgeschmissen. Aus Brandschutzgründen, hieß es damals. Seitdem darf hier niemand mehr rein. Passiert ist seitdem praktisch nichts, erzählt, versprochen und angekündigt wurde umso mehr. Ich harre der Dinge und frage mich langsam selbst: Was wird hier gespielt!?

Wir frustrierend. Hast du denn Hoffnung, dass irgendwann mal wieder irgendwas hier gespielt wird?

Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass, auch auf Betreiben des Kulturbeirats, nun mit „Hochdruck“ (räuspert sich) an einer Lösung gearbeitet werde. Konkret soll es nun endlich zu einem Interessenbekundungsverfahren für eine künftige kulturelle Nutzung kommen, nach deren Abschluss dann dem Gewinnerkonzept entsprechend saniert werden soll. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Da hoffen wir gerne mit. Aber bis hier wieder die Lichter angehen könnten, gehen ja dann selbst bei von nun an reibungslosem und ordentlichen Ablauf Jahre um Jahre ins Land.

Ja, in der Kulturbeiratssitzung ließ jemand das Jahr 2026 als frühestmöglichen Eröffnungstermin fallen. Da kam die Idee einer temporären Teilnutzung auf, so etwas in Richtung kultureller Pop-up-Geschichten. OB Gert-Uwe Mende, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Eigentümergesellschaft WVV und Feuerwehrdezernent ist, hat versprochen, die theoretischen Voraussetzungen prüfen zu lassen, dämpfte aber direkt alle Erwartungen. Mein Tipp: Daumen drücken und dranbleiben. Ich will hier echt nicht versauern. Und die Stadt als Ganzes ja wohl auch nicht. Auch deshalb sollte sie sich, ohne dass ich mich jetzt zu wichtig nehmen will, endlich ernsthaft, entschlossen und ehrlich um mich kümmern.

Interview & Foto: Dirk Fellinghauer

Mehr zum Thema:

Eier, Hühner, Widersprüche – Bericht über den offenen Bürgerdialog mit SEG-Chef Andreas Guntrum, der zuständigen Gebietskonservatorin der Denkmalpflege, Dr. Maria Wüllenkemper , und Michael Müller und Martino La Torre, die schon seit langem ihr Walhalla Studios-Konzept vorgelegt haben, bei dem unter anderem auch über die „Sanierungstiefe“ und „morbiden Charme“ heftig diskutiert wurde.

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