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Buschka entdeckt Backwerk – und erlebt sein frierendes Wunder

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Seit gestern diskutieren viele Wiesbadener intensiv über den SB-Bäcker Backwerk. Grund: Die frisch verkündete Ansiedlung auf dem Faulbrunnenplatz inklusive Neubau eines Cafés. Es gibt, grob gesagt, drei Gruppen: Jene, die gar kein Problem mit Backwerk haben, welche, die sagen “Besser als nichts” und “Hauptsache, es geschieht irgendwas auf dem Platz” und diejenigen, die Backwerk wegen der Qualität der Speisen und/oder den Franchise- und Arbeitsbedingungen kritisieren. Als eine nur zufällig topaktuelle Momentaufnahme erreichte uns heute der folgende Erfahrungsbericht von Jörg Buschka. Der Wiesbadener TV-Journalist, Filmemacher und Reporter ist unter anderem durch seine Serie “Buschka entdeckt Deutschland” bekannt.

“Zur Verwunderung von Freunden und Bekannten war die Wiesbadener Fußgängerzonen-Filiale der Kette BACKWERK in den letzten Monaten mein Stamm-Café. Aus einem einzigen Grund: die oft kaum Deutsch sprechenden Mitarbeiter dort sind liebenswerte, freundliche Menschen, deren persönliche Geschichten mich interessieren. Für eine Mitarbeiterin habe ich mich auch schon bei ihrer schwierigen Jobsuche eingesetzt, ihr Kontakte verschafft, sie auf Ämter begleitet. UND: im Sommer sind die dazugehörigen Sitzplätze draußen ein unschlagbar sonniger, offener Ort, an dem wirklich Alle aus allen “Schichten” vorbeischlendern. Das hat mir sehr gefallen. Bis heute…

Eben war ich mit einem Freund dort, um wie so oft einen Kaffee nach dem Mittagessen zu trinken. Es war gelinde gesagt eiskalt in dem Laden, – ich zog deshalb eine der beiden Eingangs-Glastüren bei, um wenigstens einen Rest (!) Kälteschutz für’s Drinnen-Sitzen zu erhalten.

Sofort forderte mich die Chefin auf, die Tür wieder zu öffnen.

Wenn die Mitarbeiter frieren müssten, sollten wir das gefälligst auch. In der Annahme, dass es sich um einen Scherz handelt, ignorierte ich ihre Aufforderung. Sie wiederholte sie prompt und erklärte, es sei ausdrückliche Direktive der Zentrale, dass die Türen beide aufzustehen hätten. Das werde durch die Videokamera im Geschäft überprüft und bei Zuwiderhandlung sofort sanktioniert. In der Sekunde klingelte auch schon das Telefon, – die Chefin meinte: “da, – das ist schon die Zentrale!”.

Ich fragte sie noch, ob es denn bitte überhaupt nicht zähle, wenn sich Kunden bei der Kälte unwohl fühlten. Sie unterbrach mich einfach mitten im Satz, meinte, das fiele dann bloß auf sie und die Mitarbeiter zurück, – und sie habe im Übrigen jetzt keine Lust, mit mir darüber zu diskutieren.

Jetzt verstehe ich die Verwunderung, Stammgast dieses geschätzten Hauses gewesen zu sein… Ich gelobe, mich zu bessern und werde von nun an keinen Fuß mehr dorthin setzen!” (Jörg Buschka/Foto dif)