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Ehrenamt in Wiesbaden: So vielfältig engagieren sich Helfer

Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!

Freiwillige Tätigkeiten gibt es in Wiesbaden in unglaublicher Vielfalt. Unterstützung für Interessierte auch. Eine Reportage über Helfers-Helfer und herzerwärmendes sowie kurioses ehrenamtliches Engagement in Wiesbaden.

Baryalai Aslami strahlt übers ganze Gesicht. Der promovierte Zahnarzt aus Afghanistan ist seit vier Jahren in Deutschland, würde hier gerne in seinem Beruf arbeiten – aber bekanntermaßen ist das gerade für Ärzte und Ärztinnen mit besonderem bürokratischem Aufwand verbunden. Aslami, 35 Jahre alt, ist vor vier Jahren nach Deutschland gekommen und hat seine Familie mitgebracht. Er ist vor den Taliban geflüchtet. Und er lernt Deutsch. Die Prüfung B1 hat er bereits, bei B2 ist er allerdings im ersten Anlauf durchgefallen. „Ein halber Punkt nur hat gefehlt“, sagt er. Das habe ihn aber erst recht motiviert, es wieder zu versuchen. Genau wie den speziellen medizinischen Sprachkurs, den er gerade noch absolviert. Warum strahlt der junge Doktor aber so?

Dr. Aslami an Seinem Arbeitsplatz, in der Praxis.
Foto: Teestube Wiesbaden

Er hat durch das EVIM-Patenprogramm „Be Welcome“ den Weg zum Freiwilligen-Zentrum gefunden in Wiesbaden. Dort gibt es seit kurzer Zeit ein spezielles Projekt, um Geflüchtete ins Ehrenamt zu bringen: Damit sie ihre Zeit sinnvoll verbringen und ihre Kenntnisse anwenden können, sowie Deutsch im Alltag sprechen lernen. Und wie es der Zufall will: Genau die zahnärztlichen Kenntnisse von Dr. Aslami sind in seinem Ehrenamt gefragt, denn er arbeitet jetzt einmal pro Woche in der zahnärztlichen Sprechstunde in der „Teestube“ der Diakonie. „Wir können hauptsächlich Schmerzen behandeln“, sagt Aslami. Und das macht dem jungen Arzt Spaß, gibt ihm ein sinnstiftendes Gefühl und hilft ihm, in seinem Beruf am Ball zu bleiben. Denn er hat noch immer vor, eines Tages in einer Zahnarztpraxis in Deutschland zu arbeiten oder sogar eine eigene zu eröffnen.

 

Text: Anja Baumgart-Pietsch

 

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