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Sehr geehrter Dozent – Mit Deutschem Buchpreis im Gepäck: Saša Stanišić startet am 13.2. als Poetikdozent

ACHTUNG – DIE VORLESUNG am 19.2. wurde INS AUDIMAX DER HOCHSCHULE RHEINMAIN verlegt!

Von Max Blosche. Fotos Katja Sämann, Dirk Fellinghauer.

Saša Stanišić als Poetikdozent der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden: ein Glücksgriff ohnehin schon, gilt er doch nicht nur als herausragender Schriftsteller, sondern auch als mitreißender Erzähler und „Vorleser“. Ein Glücksgriff aber auch aus aktuellem Anlass, wird es doch ein sehr geehrter Poetikdozent sein: Saša Stanišić wurde mit der wichtigsten Auszeichnung für deutschsprachige Literatur ausgezeichnet. Als Poetikdozent der Hochschule RheinMain und der Landeshauptstadt Wiesbaden spricht er ab kommender Woche darüber, was Heimat, Herkunft und Identität für ihn bedeuten. Zum Auftakt spricht er am 13. Februar unter dem Motto „Ein Autor stellt sich vor“ über sein Schaffen und Wirken im Literaturbetrieb.

Mit einer kraftvollen Rede nahm Saša Stanišić im Oktober 2019 am Vorabend der Frankfurter Buchmesse den Deutschen Buchpreis für seinen formidablen Roman „Herkunft“ entgegen und bewies damit einmal mehr, dass er zu den wichtigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur gehört.

Der Autor selbst bezeichnet den Roman, der längst ein Bestseller ist, als „ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.“ Er beschreibt es auch als „ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung“. Und er sagt: „`Herkunft´ ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre.“

Der 1978 in Višegrad (Jugoslawien) geborene Schriftsteller lebt seit 1992 in Deutschland und hat – neben anderen Werken – mehrere Bücher veröffentlicht: Zwei Romane („Wie der Soldat das Grammofon repariert“, 2006, und „Vor dem Fest“, 2014), einen Band mit Erzählungen („Fallensteller“, 2016), sowie in diesem Jahr eben „Herkunft“. Stanišić ist an Auszeichnungen schon gewöhnt – zuletzt gewann er etwa den Schubart-Literaturpreis der Stadt Aalen, den Rheingau Literatur Preis sowie den Preis der Leipziger Buchmesse.

Meisterhafter Erzähler, echauffierter Dankredner

Saša Stanišić ist ein meisterhafter Erzähler – und scheut sich nicht vor deutlichen Aussagen. Seine Dankesrede zum Buchpreis im Frankfurter Römer geriet zur Wutrede. Er, der als 14-Jähriger auf der Flucht vor dem Bosnienkrieg nach Deutschland kam, echauffierte sich über die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke, der seinerseits für das Milošević-Regime im Serbien der 1990er Partei ergriff und die serbischen Kriegsverbrechen während der jugoslawischen Sezessionskriege leugnete und verharmloste.

Man darf gespannt sein, worüber Saša Stanišić als Wiesbadener Poetikdozent reden wird – und wie. Am 13. Februar um 12.15 Uhr wird sich Saša Stanišić im Rahmen der Veranstaltung „Ein Autor stellt sich vor“ an der Hochschule RheinMain präsentieren. Danach hält er zwei Vorlesungen an der Hochschul- und Landesbibliothek (19. Februar und 29. April, jeweils 19.30 Uhr) sowie zwei Lesungen im Kulturforum (2. April und 13. Mai, jeweils 19.30 Uhr). Alle Veranstaltungen sind bei freiem Eintritt offen für alle Interessierten.

sensor verlost 3 Exemplare des ausgezeichneten Romans „Herkunft“: Mail mit Postanschrift an losi@sensor-wiesbaden, Betreff: Herkunft.

Die wütende Dankesrede von Saša Stanišić bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises: