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Tanzfestival Rhein-Main startet heute: Aufregendes von Nussknacker bis Dylan, vom Zuschauen bis selber Tanzen

Von Selma Unglaube. Fotos Veranstalter.

Das heute startende Tanzfestival Rhein-Main ist aus den Kulturkalendern des Rhein-Main-Gebiets nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr findet das Festival vom 31. Oktober bis zum 17. November in Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden und Offenbach statt.  Aufregendes passiert, kurartiert von der aus Wiesbaden stammenden Anna Wagner und von  Bruno Heynderickx vom Hessischen Staatsballett. Gezeigt werden gleichermaßen Stücke internationaler Choreografie-Stars und lokaler Künstler*innen. Ebenso richtet sich das Tanzfestival an Besucher*innen mit und ohne Tanzerfahrung und bietet Gelegenheiten, Kenntnisse und Erfahrungen zu vertiefen und tanzbezogene Themenfelder zu erforschen.

Neben der belgischen Choreografin Lisbeth Gruwez, die unter dem Titel „Spotlight“ im Fokus des diesjährigen Festivals steht, präsentieren unter anderem der belgisch-französische Choreograf Damien Jalet und die Frankfurter Künstler*innen Laura Hicks und Hannah Shakti Bühler, Tümay Kılınçel und Cyril Baldy neue Arbeiten.

Dazu gibt es ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Künstler*innengesprächen, Partys, Warm-ups und Cool-downs sowie verschiedene Workshops, um mit noch mehr Bewegung das Festival-Feeling zu stärken.

Alleine in Wiesbaden erwartet Interessierte ein buntes Programm:

Foto: Oliver Rossi

Der Nussknacker, Tim Plegge/Hessisches Staatsballet am 31. Oktober, 19.30 Uhr im Großen Haus, Hessisches Staatstheater: Der Nussknacker ist eines der beliebtesten Handlungsballette weltweit. Im Mittelpunkt der Neufassung dieses Ballettklassikers, die Tim Plegge für das Hessische Staatsballett erarbeitet, steht die Geschichte von Marie, die am Weihnachtsabend einen Nussknacker geschenkt bekommt. In Plegges Version, in der märchenhafte Elemente und blanker Familienweihnachtsalltag ineinander verschränkt sind, haben auch die dunklen und skurrilen Seiten der Geschichte ihren Platz.

„My Body is your Body“ (Foto) Overhead Project mit anschließendem Künstler*innen-Gespräch am 7. & 8. November, 19.30 Uhr in der Wartburg: Der Choreograf und Spezialist für zeitgenössischen Zirkus Tim Behren konfrontiert in My Body is Your Body die Zuschauer*innen mit ihrem eigenen Blick. Ein Spiegel wirft das Hineingeworfene geometrisch punktgenau zurück. Das vermeintlich Objektive wird im Angesicht des gespiegelten Blicks unseres Gegenübers plötzlich verrückbar. Andere sehen Anderes. An der Grenze zwischen Tanz, Performance und zeitgenössischem Zirkus entstehen subtile Zwischenräume, in denen sich so manche gesehenen Realitäten verschieben.

Antanzen, zeitgenössisch mit Jungyeon Kim am 9. November, 10-11.30 Uhr im Ballettsaal, Hessisches Staatstheater Wiesbaden:Antanzen ist ein regelmäßig stattfindendes, offenes Training für Nichtprofis, angeboten vom Hessischen Staatsballett. Es bietet Raum, um unterschiedliche Stile und Tanztechniken – von klassischem bis zeitgenössischem Tanz – kennenzulernen und zu erproben. Alle sind willkommen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Danza Contemporanea De Cuba, Julio Cesar Iglesias/Fleur Darkin/George Cespedes am 9. November um 19 Uhr, am 10. November um 16 Uhr im Kleinen Haus, Hessisches Staatstheater: Das Ensemble Danza Contemporánea de Cuba blickt auf eine über 50- jährige Geschichte zurück und ist in vielerlei Hinsicht ein Abbild des Inselstaates und seiner Menschen. Da der Tanz auf Kuba einen so hohen Stellenwert hat wie in kaum einem anderen Land der Welt, wird die traditionsreichste Kompanie besonders geschätzt. Ihr unverwechselbares ästhetisches Profil basiert auf kubanischen Modern-Dance-Techniken, die von afrikanischen und spanischen Vorfahren beeinflusst wurden und unterschiedlichste Tanzstile verbinden.

Lisbeth Gruwez Dances Bob Dylan, Lisbeth Gruwez/Voetvolk am 9. November um 21.30 Uhr in der Wartburg: Ein Körper, alleine auf der Tanzfläche, vollkommen verloren in der Musik. Lisbeth Gruwez dances Bob Dylan führt an Grenzen, zwischen zwei Menschen, zwischen Tanz und Musik und zwischen der Sprache und jenen Momenten, die unaussprechlich sind. Das Set-up des Stückes ist dabei mehr als einfach: Maarten Van Cauwenberghe, Co-Direktor von Voetvolk, steht an zwei Plattenspielern und Lisbeth Gruwez tanzt. Es entfaltet sich ein Plädoyer für die befreiende Kraft körperlicher Ekstase, das alle in den Bann zieht, unabhängig davon, ob Sie Bob-Dylan-Fan sind oder nicht.

Auch der Tanztag Rhein-Main am 16. November ist Teil des diesjährigen Programms und findet mit über 170 Schnupperkursen zum Mitmachen in zwölf Städten der Rhein-Main-Region statt. In Wiesbaden steht Folgendes auf dem Programm:

Turnerbund Wiesbaden J.P., Kurt-Schumacher-Ring 17:

10.00 – 11.00 Zumba®
11.30 – 12.30 Ballett – Eine Frage der Haltung
12.30 – 13.30 Lass die Schulter tanzen
13.30 – 14.30 Flamenco für Anfänger*innen mit Vorkenntnissen

Fiddle & Feet School of Dancing, Dantestraße 1:

14.30 – 16.00 Crossover Style Stepptanz 1 of Dancing
16.30 – 18.00 Crossover Style Stepptanz 2
18.00 – 20.00 Crossover Céilí

Wer möchte, kann natürlich auch an jedem anderen Kurs im Rhein-Main-Gebiet teilnehmen. Insbesondere in Frankfurt findet sich ein großes Angebot an Kursen. Interessant für Eltern:
Erstmals bietet das Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, tagsüber eine Kinderbetreuung für Kinder zwischen 3 und 9 Jahren an, damit die Eltern sorgenfrei auf tänzerische Entdeckungsreise gehen können. Zur besseren Planbarkeit wird um eine Anmeldung gebeten.

Für alle, die nach einem bewegungsreichen Tag noch immer nicht genug haben, ist das Tanzfest ab 20 Uhr im Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt die ideale Gelegenheit, den Tag zu beenden. Es ist der krönende Abschluss des Tanztages Rhein-Main. Alle sind eingeladen im großen Saal des Mousonturms noch einmal die Vielfältigkeit des Tanzes im halbstündigen Stilwechsel zu genießen. Auf dem Programm stehen Lindy Hop, historische Tänze, Kreistänze vom Balkan, Bollywood und noch vieles mehr. Nach kurzen Einführungen durch Expert*innen kann frei nach Schnauze im Kreis, als Kette oder für sich von einem Tanzstil zum anderen getanzt werden. Alle, die kurz vor Mitternacht immer noch nicht müde sind, können dann auf den Dancefloor im Mousonturm-Lokal wechseln. In der letzten Nacht des Tanzfestivals Rhein-Main wird er von Tänzer*innen aus dem Rhein-Main-Gebiet, die die Rolle der DJs an den Plattentellern übernehmen, bespielt. Für alle Tanztag-Teilnehmer*innen ist der Eintritt frei. Für alle anderen gilt das Prinzip „Pay as you wish“.

Das Tanzfestival Rhein-Main bewegt die Region und die neu ins Leben gerufene Mitfahrplattform Dancing Wheels sorgt dafür, dass dies sogar umweltfreundlich passiert.

(sun/Fotos: Veranstalter)

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