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Wiesbadener und Mainzer Perspektiven: Besondere Beiträge zum Lichter Filmfest – Ab heute in Frankfurt

Von Samira Schwarz. Foto: Lichter Filmfest.

Das LICHTER Filmfest Frankfurt International lockt vom 10. bis 15. Mai an den Main – und hat im regionalen Langfilmwettbewerb besonders spannende Filme aus Wiesbaden und Mainz im Programm.

15 Jahre ist es her, dass eine kleine Gruppe von Cinephilen die Kulturlandschaft Frankfurts auf den Kopf stellte und mit Neugier, frischen Ideen und jeder Menge Elan dem heimischen Kino-film eine neue Bleibe verschaffte. Seither sucht das LICHTER Filmfest Frankfurt International mit beständigem Wachstum immerzu neue Herausforderungen.

In fünf verschiedenen Sektionen werden zahlreiche Premieren und hochkarätige Filme gezeigt, junge
Filmemacher können ihr Publikum finden und im regionalen Wettbewerb den charmanten LICHTERBembel gewinnen. Parallel dazu wird das Filmfestival ein zweites Mal zum Austragungsort des Kongresses Zukunft Deutscher Film, der Filmschaffende aus ganz Europa nach Frankfurt bringt.

Wiesbadener Regisseur beleuchtet Folgen der Kriege

Weltpremiere feiert bei „Lichter“ der Dokumentarfilm „We Chechens“ des in Wiesbaden lebenden Regisseurs José Malinowski. Der Konflikt zwischen Russland und Tschetschenien eskaliert Anfang der Neunzigerjahre. Zwischen 1994 und 2009 erschüttern zwei Kriege die Region im Nordkaukasus. Tausende sterben, Tausende fliehen. Der Dokumentarfilm begleitet fünf Geflüchtete in ihrer Exilheimat in Deutschland und beleuchtet die Folgen der Kriege und der Entwurzelung. Gleichzeitig zeichnet der Film die Bemühungen der Protagonist:innen nach, Traditionen und politische Strukturen aufrecht zu erhalten und an die Folgegeneration weiterzugeben. Unter dem Eindruck der Interviews und dem historischen Filmmaterial drängen sich auch Parallelen zum aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine auf.

Drehort Wiesbaden

„Modell Olimpia“ ist das Langspielfilm-Debüt als Regisseur für Frédéric Hambalek. Die Dreharbeiten fanden im Mai 2019 größtenteils in Wiesbaden statt. In dem Spielfilm verfolgt eine verzweifelte Mutter einen seltsamen Plan, um ihrem Sohn zu helfen. Dieser leidet unter obsessiven Gewalt- und Todesfantasien. Ein selbsterfundenes Therapieprogamm soll helfen. Als eine junge Nachbarin in das Programm eingespannt wird, ohne davon zu wissen, gerät das sensible Gefüge außer Kontrolle.

Komplett im Dixi-Klo gedreht

Der in Mainz lebende Regisseur Lukas Rinker kommt mit „Ach du Scheisse!“ zum Festival. Der Titel ist durchaus wörtlich zu nehmen. Der Echtzeit-Thriller ist nichts für schwache Nerven. Architekt Frank erwacht blutverschmiert in einem verschlossenen Dixi-Klo. Draußen läuft der Countdown zu einer Abrisssprengung. Erfindungsreich wie MacGyver lässt Frank keine Möglichkeit unversucht, dem Scheißhaus rechtzeitig zu entkommen. Ein schwarzhumoriger Film irgendwo zwischen Splatter und Thriller, kultig wie das Dixie-Klo – einziger Schauplatz des Films – selbst.

Freiheit als Festivalthema

Seit vielen Jahren steht das internationale Programm des LICHTER Filmfests im Zeichen eines Themenschwerpunkts zu drängenden gesellschaftspolitischen Fragen. „An viele große Themen haben wir uns bereits herangewagt. Eines der größten haben wir uns allerdings aufgespart. Vielleicht brauchte es dafür unser 15. Festivaljubiläum“, so Johanna Süß, gemeinsam mit Gregor Maria Schubert Gründerin und Leiterin des Lichter Filmfests. Mit Sicherheit ist es wie in allen vorherigen Jahren die Gegenwart selbst, die das Thema bestimmt: für dieses Jahr heißt das „Freiheit“!

Alle Infos, Termine und Tickets: https://lichter-filmfest.de

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