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Schnittchen, Kaffee und Cognac zur Planung der „Endlösung“ – „Die Wannseekonferenz“-Filmgespräch

Zu dem Film „Die Wannseekonferenz“ findet am 31. Januar, 19 Uhr, ein Filmgespräch mit Produzent Friederich Oetker statt. Die Online-Veranstaltung wird im Rahmen der Wiesbadener Reihe „27. Januar – Erinnern an die Opfer“ und in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden durchgeführt. Eine Anmeldung per E-Mail an lehrhaus@jg-wi.de ist erforderlich.

Am  24. Januar sendete das ZDF  den Fernsehfilm „Die Wannseekonferenz“. Der Film entstand anlässlich des 80. Jahrestages der Wannseekonferenz, auf der die „Endlösung der Judenfrage“ und damit die effizienteste Strategie zur Ermordung von 11 Millionen Menschen diskutiert und beschlossen wurde.

Film in ZDF-Mediathek

Der Film „Die Wannseekonferenz“ steht auch ab sofort in der ZDF-Mediathek zur Verfügung.  „Das Protokoll der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 gilt als eines der Schlüsseldokumente des Holocaust. Es zählt zu den erschütterndsten Belegen für die Planmäßigkeit des von Deutschen verübten Menschheitsverbrechens“, sagt ZDF-Intendant Thomas Bellut.

Der Produzent des Films, Friederich Oetker, wird am 31. Januar im Gespräch mit Steve Landau, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden und Leiter des Jüdischen Lehrhauses, und Katherine Lukat, Sachgebietsleitung Gedenkstätten im Stadtarchiv Wiesbaden, online Fragen beantworten und mehr über die Entstehung des Fernsehfilms berichten. Dr. Peter Quadflieg, Leiter des Stadtarchivs Wiesbaden, führt in die Veranstaltung ein.

„Besprechung mit Frühstück“ am Wannsee

Am 20. Januar 1942 trafen sich in einer Villa am Berliner Wannsee Vertreter von SS, NSDAP und Ministerialbürokratie. Der Massenmord an den europäischen Juden war bereits im Gange. Eingeladen zur „Besprechung mit Frühstück“ hatte SS-Chef Reinhard Heydrich. Die Konferenz lief nach gewohnten Mustern ab: Hader um Kompetenzen und Zuständigkeiten, Profilierungen und Moderation durch die Leitung. In den Pausen gab es Schnittchen, Kaffee und Cognac.

Der Film zeigt, wie während dieser bürokratischen Zusammenkunft in gelöster Atmosphäre besprochen wurde, welche Maßnahmen und institutionellen Übereinkünfte für die effizienteste Strategie zur Ermordung eines ganzen Volkes notwendig seien, wie die bereits laufenden Mordaktionen das Vorhaben beeinflussen und schließlich wie die „Endlösung der Judenfrage“ praktisch durchgeführt werden könne.

Film auf Basis intensiver Recherchen

„Die Wannseekonferenz“ fasst diesen ungeheuerlichen Vorgang – die geplante Auslöschung des jüdischen Volkes als Verwaltungsakt – in einen Fernsehfilm von 90 Minuten. Er fußt auf umfassender Recherche und Fachberatung. Zugrunde liegt unter anderem das Protokoll der Wannseekonferenz, das Adolf Eichmann verfasste.

Friederich Oetker studierte Produktion und Medienwirtschaft an der HFF München und Betriebswirtschaft an der Cass Business School in London. Er begann seine Karriere 2010 als Assistent des Produzenten Bernd Eichinger. Von 2011 bis 2015 arbeitete er als Assistent des Vorstandsvorsitzenden der Constantin Film, Martin Moszkowicz. Seit 2015 ist Friederich Oetker für Filme wie „Der Bernd“, „Bruder vor Luder“, „Axolotl Overkill“ (mit der Wiesbadenerin Jasna Fritzi Bauer in der Hauptrolle) und „Tiger Girl“ verantwortlich.

(sun/Foto: ZDF)

 

1 response to “Schnittchen, Kaffee und Cognac zur Planung der „Endlösung“ – „Die Wannseekonferenz“-Filmgespräch

  1. Besprechung mit Frühstück“ am Wannsee – zum Massenmord ! Jede Tötungsart ist erlaubt – nur ein Verwaltungsakt!
    „…. In den Pausen gab es Schnittchen, Kaffee und Cognac…. “ !

    Die Aufarbeitung wird noch lange dauern !!

    Sigrid Skoetz (Walhalla im Exil )

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