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Vision für Wiesbaden: 6 Etagen Demokratie – Bekommt Wiesbaden ein Jugenddemokratiebildungszentrum?

Matthias Seilberger.
Luise Oedekoven.

Der Stadtjugendring Wiesbaden will ein Jugenddemokratiebildungszentrum bauen – am liebsten auf dem Elsässer Platz. Das Vorstandsduo des Stadtjugendrings erläutert seine „Vision für Wiesbaden“. Heute steht das Thema auf der Tagesordnung des Ausschuss für Soziales, Integration, Wohnen, Kinder, Familie, der um 17 Uhr im Rathaus öffentlich tagt.

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„Ein großer Wurf, den der Stadtjugendring Wiesbaden e. V. (SJR) da plant, ist es allemal. Über 90 Räume mit unterschiedlichen Funktionen, auf sechs Stockwerke verteilt. So groß sieht die Vision, die sich das Netzwerk der Wiesbadener Jugendorganisationen überlegt hat, aus.

Idealerweise soll das Haus auf dem Elsässer Platz stehen. Verknüpft mit einer weiteren Idee, die von der Stadtversammlung schon in Planung gegeben wurde: Das neue Auszubildendenwohnheim. Jugend zusammen denken, vernetzen und gemeinsame Ressourcen nutzen. Das ist der Plan.

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Jugend verdient Präsenz

Wir wünschen uns eine zentrale Lage in der Wiesbadener Innenstadt, denn Jugend verdient Präsenz im öffentlichen Raum und ideale Vernetzungsmöglichkeiten sowie gute Erreichbarkeit. Dafür wäre der Elsässer Platz ideal. Und er böte tolle Kooperationsmöglichkeiten mit etwa der Hochschule RheinMain, dem Kinderhaus, der Jugendherberge, den umliegenden Schulen, insbesondere der Blücherschule und dem Kinder- und Jugendzentrum Georg-Buch-Haus, dass nicht sehr weit entfernt liegt.

Aber um was geht es eigentlich genau?

Ein Haus für alle(s)

Schon über ein Jahrzehnt ist der Stadtjugendring im Rahmen seiner jugendpolitischen Interessenvertretung in Gesprächen mit den Rathausfraktionen, um eine Lösung für die verschiedenen Raumnöte seiner Mitgliedsorganisationen zu finden. Der „Jungbrunnen – Haus der Jugendorganisationen“ in der Saalgasse war ein super Anfang, bietet aber nur ein Siebtel von den Räumen, die gebraucht werden. Alles in einem – für die ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit – das ist der Plan.

In der neuen Publikation „Ein Jugenddemokratiebildungszentrum für Wiesbaden“ finden sich Statements der Jugendorganisationen, aber auch Bedarfslisten aller, die sich im neuen Haus verorten möchten. Im Detail beschreiben sie auf 68 Seiten inklusive detaillierter Raumpläne mit Außengelände und Dachterrasse ihre Vision von einem Ort der Gemeinschaft und des ehrenamtlichen Engagements.  Neben den Geschäftsstellen von Stadtjugendring sowie Spiegelbild stehen ein großer Versammlungsraum, diverse Funktionsräume (Werkstatt, Tonstudio, Medienraum usw.), kleinere Veranstaltungsräume, aber vor allem Büro-, Seminar-, Lager- und Gruppenräume auf der Wunschliste. Ein Haus voller Jugendorganisationen, offen für viele weitere, die Räume punktuell nutzen möchten und sich immer als Teil der Gemeinschaft verstehen. Begegnungsräume, in denen sich die Jugendleitungen kennen lernen, vernetzen und Synergien entdecken, dürfen nicht fehlen.

Errungenschaften der Demokratie vermitteln

Neben den vielfältig nutzbaren Räumen steht ein Konzept zur  Demokratiebildung im Zentrum. Untermauert mit dem Anspruch, ein Demokratiebildungszentrum für alle Jugendlichen in Wiesbaden zu sein, das in Kooperationen mit Schulen, Jugendzentren, Jugendhilfeeinrichtungen und der Schulsozialarbeit dafür sorgen möchte, dass alle Wiesbadener Jugendlichen die Errungenschaften unserer Demokratie kennen und schätzen lernen sollen. Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, zu gestalten, sich auszuprobieren, zu begegnen, und in Anerkennung von Vielfalt auseinander zu setzen.

An Haus der Jugend anknüpfen

Das Haus soll in der Traditionslinie des ehemaligen „Haus der Jugend“ stehen, für welches der Stadtjugendring in den 70er Jahre kämpfte. Die Angebote der Jugendorganisationen aber auch im speziellen der Demokratiebildung, sollen jungen Menschen Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglichen, als die Basis für Demokratiebildung, und sie einladen, sich selbst eine politische Urteilsbildung sowie Handlungsfähigkeit anzueignen. Denn jugendpolitische Bildung zielt immer auf ein zu entwickelndes Vermögen zur reflektierten Teilhabe an den Auseinandersetzungen in der  politischen Öffentlichkeit ab. Wir sind der Meinung, dass wir alle gemeinsam diesen Raum im Rahmen der außerschulischen Jugendbildung dringend erweitern und fördern müssen.“

Matthias Seilberger ist Vorsitzender, Luise Oedekoven stellvertretende Vorsitzende des Stadtjugendrings, der in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert. http://sjr-wiesbaden.de/

Haben auch Sie eine Vision für Wiesbaden? Schicken Sie uns Ihre Kurzbeschreibung an hallo@sensor-wiesbaden.de. In loser Folge geben wir auf einer Seite Wiesbadener Visionären Raum für ihre Gastbeiträge.