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Radikal kreativ: Die „see“ ist zurück – mit mega Line-up und Themen-Spagat von Barbie bis Nazis

Von Dirk Fellinghauer. Fotos see.

800 Inspirationsbegierige im Publikum, zehn Kreative auf der Bühne – die see-Conference ist eine der größten Design-Konferenzen im deutschsprachigen Raum. Und die see ist Schauplatz für Druckbetankung mit Gedanken, Ideen, Visionen. „Bilder der Zukunft“ werden hier entworfen, verbreitet und diskutiert – auf dass sich gesellschaftliche Wahrheiten durch Veranschaulichung in der Informationsflut durchsetzen können.

Auf der Bühne stehen interdisziplinäre, tonangebende Denker:innen und Macher:innen aus den Bereichen Design, Kunst, Architektur, Journalismus, Philosophie, Technologie oder Wirtschaft. Sie alle vereint eins: Sie wollen einen gesellschaftlichen Beitrag liefern, und das auf einem hohen ästhetischen Level.

Nach einem kleinen Aussetzer im letzten Jahr fiebern die see-Fans, die aus der Region ebenso wie aus ganz Deutschland und auch dem Ausland in den Schlachthof pilgern, der Kreativkonferenz nun umso mehr entgegen. Sie dürfen freuen auf ein Line-up am 6. April in der großen Schlachthof-Halle, das es in sich hat.

Das Line-up im Schnelldurchlauf

Designlegende Neville Brody katalputiert das Publikum in die Punk-Ära der 70er Jahre. Seine Plattencover provozierten – und brachen mit der klassischen Vorstellung von Typografie und Design. Brody schuf mit „The Graphic Language“ die Grafikdesign-Bibel schlechthin, sein Typografie-Magazin „FUSE“ ist ein Meilenstein der Designgeschichte. Provokant ist der Wegbereiter des digitalen Schriftdesigns auch heute noch – und reflektiert kritisch wie eh und je den State of Design.

Wo andere wegsehen, schaut er genau hin. Durch seine akribischen Beobachtungen macht der Forensiker Dr. Mark Benecke den Einfluss unseres Handelns auf künftige Generationen sichtbar. wider. Dabei ist er ein Freund des klaren Wortes und macht besonders eindrücklich auf die Klimakrise und das Artensterben aufmerksam.

Keramik aus Küchenabfällen, Kleidung aus Ziegelsteinen – für Bonnie Hvillum gibt es keine Abfälle. „Nature doesn’t have any waste, and so shouldn’t we“, sagt die visionäre Interaction-Designerin. Bonnie Hvillum schafft Lösungen für eine Welt, die sich Müll nicht mehr leisten kann.

M/M Paris wurde 1992 von Michaël Amzalag und Mathias Augustyniak gegründet und hat sich zu einem der radikalsten Kreativbüros der Gegenwart entwickelt. Durch seine engen Verbindungen zur Musik-, Mode- und Kunstwelt hat das kreative Duo alle Grenzen zwischen den Disziplinen überwunden.

Die Performance-Grafikerin Tereza Ruller bringt zusammen, was nicht zusammengehört und erforscht mit ihren intermedialen Kunststrategien einmal alles: von den Arbeitsbedingungen in neoliberalen Kontexten bis zu körperlicher Präsenz.

Seit 20 Jahren ist der Aktivist und Musiker Jörn Mengewar „Laut gegen Nazis“ – zusammen mit den Fantastischen Vier, den Ärzten und den Zigtausenden, die seine Aktionen in Bewegung gebracht haben.

Auch wenn ihnen die begehrte Trophäe für „Barbie“ nicht vergönnt, war: eine Oscar-Nominierung für das beste Szenenbild hatten Alicia Martin und Netty Chapman im Sack. Die Beiden entführen auf der „see“ in Barbies Welt: Von der ersten Skizze bis zur Vollendung des Filmsets, von hundert verschiedenen Pinktönen und dem Spaß beim Spiel mit den Maßstäben in Barbieland.

Der Hamburger Jan Kamensky bezeichnet sich selbst als visuellen Utopist und digitalen Gärtner. Er gestaltet einzigartige Animationen, in denen er spielerisch die Umwandlung von autogerechten Straßen in menschenfreundliche Orte visualisiert: Bilder haben schon immer Visionen in Sehnsucht verwandelt und geholfen, aus Utopien Realität zu machen.

„World Design Capital“ auf dem see Camp

Im Sinne von „Design for Democracy. Atmospheres for a better life.“ werden auf der see-Conference und im see-Camp durch Vorträge, Ausstellungen und Workshops entsprechende Diskurse angestoßen oder fortgesetzt sowie Projekte und Initiativen aufgegriffen oder angeregt, die im Programm der World Design Capital 2026 im Rhein-Main-Gebiet Umsetzung finden sollen. Das Team des World Design Capital 2026 ist ganztägig beim see camp am 7. April auf dem Scholz&Volkmer-Campus präsent.

Die „see 16“ findet statt am 6. April in der großen Schlachthof-Halle. Tickets und alle Infos gibt es unter www.see-conference.org.

sensor präsentiert die see als Medienpartner und verlost 4 Freikarten. Mail mit Postanschrift und Nennung des Vortrags, auf den ihr am meisten gespannt seid, bis 2. April an losi@sensor-wiesbaden.de. Zur Vertiefung findet am 7. April das kostenfreie see-Camp auf dem Scholz & Volkmer-Campus statt.

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