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Vielfalt als roter Faden beim goEast-Festival 2013

Von Magdalena Aue.

Zum 13. Mal präsentieren in Wiesbaden vom 10. – 16. April beim goEast-Festival mittel- und osteuropäische Filmemacher aus 30 Ländern ihre Werke. Die Beiträge aus Polen, der Tschechischen Republik, Kroatien und Rumänien bis nach Russland und Kasachstan gewähren wieder ein Mal tiefe Einblicke in die Lebenswelten, erzählen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Mal mit historisch-politischer Schwere, mal modern-unterhaltend erzählt. Ein roter Faden? „Vielfalt“, sagt Gaby Babić, seit 2010 Festivalleiterin. 16 Filme und Dokumentationen wurden allein für den Wettbewerb ausgewählt und streiten unter anderem um die mit 10.000 Euro dotierten ŠKODA-Filmpreis.

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Gestern versammelten sich Presse und Fernsehen in der Caligari Filmbühne zur Pressekonferenz. Neben Festivalleiterin Gaby Babić waren außerdem Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts, Ingmar Jung, Staatsekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Rose-Lore Scholz, Kulturdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden sowie Frank Albers, Projektleiter Kunst und Kultur der Robert Bosch Stiftung, die den Preis für die besten Nachwuchsfilmemacher verleiht, auf dem Podium.

„Mutige Entscheidung“

Claudia Dillmann lobte den mittlerweile hohen Stellenwert des Festivals und die internationale Zusammenarbeit. „Es gab Durststrecken am Anfang, aber der Lohn ist groß“, sagte sie stolz. Auch stelle der Blick auf ältere Filme aus den Archiven Osteuropas eine Besonderheit des Festivals dar. Der osteuropäische Film hat für den Westen ganz klar an Bedeutung gewonnen und ist, wie Dillmann erzählt, sogar mit zahlreichen Beiträgen bei der Berlinale vertreten.  Über die Jahre hat das Festival an Größe zugenommen. 200 geladene Gäste, über 100 Medienvertreter sowie rund 80 Mitarbeiter,  132 Filme: nur einige Zahlen für 2013, die Gaby Babić aufzählte. Mit 115.000 Euro fördert das Land Hessen das Festival. Ingmar Jung, Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, erinnerte sich, es sei damals eine mutige Entscheidung gewesen, in das Festival zu investieren. „Man hat auf die richtige Marktnische gesetzt“, sagte Jung zufrieden. Und warum Wiesbaden? Rose-Lore Scholz erklärte, dass schon die Maifestspiele immer auch in den Osten geschaut hätten. Das Filmfestival sei ein „kultureller Leuchtturm“ für die Stadt und stehe für kulturellen Austausch und kritische Auseinandersetzung. Film- und Medienkompetenz zu schulen, sei heutzutage besonders wichtig, stellte die ehemalige Lehrerin fest. Sie freue sich deshalb auch besonders auf die Schulfilmtage, die dieses Jahr ihr zehntes Jubiläum feiern und bei denen junge Filmfreunde zum Beispiel in den Genuss des tschechischen Films „Der blaue Tiger“ oder polnischer Zeichentrickserien kommen können.

Festival fördert Integration

Nachwuchsförderung  ist ein zentraler Bestandteil des Festivals. Frank Albers von der Robert Bosch Stiftung, die den Nachwuchspreis vergibt, schilderte stolz die Erfolgsgeschichte des moldawischen Filmes „Panihida“.  Noch als Projekt angedacht, nahm die moldawische Regisseurin Ana-Felicia Scutelnicu mit „Panihida“, einer Geschichte, die den Umgang eines Dorfes mit dem Tod einer alten Frau erzählt, 2010 an dem Nachwuchswettbewerb teil und gewann. Mit dem Preisgeld realisierte die Moldawin ihr Projekt und  nimmt mit eben diesem Film dieses Jahr am regulären Wettbewerb teil.

Natürlich fördere so ein Festival die Integration, so Scholz. „Gut informiert und sehr interessiert!“ seien junge Deutsche mit Migrationshintergrund, die das Festival besuchten, sagte Gaby Babić, die selbst Tochter jugoslawischer Einwanderer ist.

Über die Leinwand hinaus

Neben den zahlreichen Filmen, die unter anderem in der Caligari Filmbühne und dem Murnau-Filmtheater gezeigt werden, gibt es besondere, thematische Schwerpunkte. Das jugoslawische Kino der 60er und 70er Jahre mit der Bewegung „Schwarze Welle“ ist Gegenstand des diesjährigen Symposiums. Die goEast Hommage ist dem ungarischen Regisseur Miklós Jancsó gewidmet und in der Sektion „Beyond Belonging“ geht es um das Thema Gender Check! , das sich mit Geschlechterrollen in den noch teilweise sehr traditionellen Ländern auseinandersetzt. Das Festival wird au