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Schlachthof beantragt „Folklore“-Mittel für neues Festival: „Kreative Antwort auf den Ausnahmezustand“

Von Dirk Fellinghauer (Text und Foto).

Der Schlachthof beantragt städtische „Folklore“-Nachfolgemittel für ein neues, und neuartiges, Festival. Die Coronakrise belastet viele Kulturschaffende schwer, weil diese wenig bis gar keine Auftrage haben und in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Gleichzeitig sucht Wiesbaden – mittlerweile seit langem und seit langem trotz verschiedener Ansätze und Anläufe vergeblich – nach dem Wegfall von „Folklore“ nach einer Idee für ein Nachfolgefestival. Haushaltsmittel sind dafür nach wie vor reserviert – und bislang an ein Nachfolgefestival gebunden. Nun legt der Schlachthof, zuletzt Veranstalter des „Folklore“-Festivals, eine „Projektskizze“ vor, die auf beide „Probleme“ eine Lösung in Aussicht stellt.

„Das CORON-Arts Festival ist eine kreative Antwort auf den Ausnahmezustand. Es ist ein Signal für Vertrauen, Solidarität und die Kraft der Kultur“, heißt es in der Ankündigung einer Pressekonferenz, bei der an diesem Donnerstag Details vorgestellt werden sollen.

Kulturdezernent Axel Imholz und Schlachthof-Vorstand Gerhard Schulz werden am 30. April über Hintergründe und Einzelheiten der Idee informieren. Das Kulturzentrum Schlachthof beantragt demnach die für den „Folklore-Nachfolger“ vorgesehenen Mittel aus dem Haushalt „für ein Festival, das die Frage nach der `Folklore´-Nachfolge vielleicht beantworten kann, vor allem aber in der Coronakrise bedrohte Künstler*innen unterstützen kann.“ Damit will der Schlachthof, der seinerseits „vor 25 Jahren in der soziokulturellen Leere Wiesbadens geboren wurde“ nun „in Zeiten des kulturellen Stillstands eine kreative Antwort auf den Ausnahmezustand geben“. CORON soll dabei stehen für „Culture Organizes Reclaiming Our Neighbourhood“. Wir sind gespannt und werden berichten.

2015 stieg das letzte „Folklore“

Das „Folklore“-Festival hatte zuletzt 2015 unter Regie des Schlachthofs im Kulturpark stattgefunden. Eine Interessensgruppe aus Vertretern des Schlachthofs, der Kreativfabrik, Palast Promotion, Kultur im Park und Kulturpalast hatte zuletzt an der Umsetzung eines Folklore-Nachfolgers mit dem Arbeitstitel „Festland Festival“ gefeilt. Nachdem bekannt wurde, dass man sich aus diesen Reihen gegen die Umsetzung des Konzepts entschieden hatte, sind die eingestellten 200.000 Euro Fördermittel zunächst im Haushalt blockiert.

Kulturbeirat hält Thema „Folklore“-Nachfolge am Leben

Der Kulturbeirat hatte Anregungen aus Wiesbadens Kulturszene aufgenommen, sich für die Freigabe der Mittel für andere Projekte der Kultur in Wiesbaden auszusprechen. Bislang waren in der Kulturverwaltung keine Vorschläge oder Bewerbungen eingegangen, die einer Nachfolge von Folklore gerecht werden würden. Der Kulturbeirat machte sich ausdrücklich dafür stark, „an Stadtpolitik und Verwaltung zu appellieren, das Thema Kulturfestival nicht endgültig abzuschließen, sondern möglichen Initiativen zur Wiederbelebung eines zentralen Kulturfestivals auch weiterhin offen und unterstützend zur Seite zu stehen.“

In der Kulturbeiratssitzung am 21.01.2020 wurde dann beschlossen, eine Arbeitsgruppe für die Nachfolge des Festivals zu gründen, die sich seither mit dem Thema beschäftigt und auch die nun angekündigten Ideen des Schlachthofs begleiten wird.

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